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Großpilze

Archivfoto Naturschutz-Förderverein

       Wurzelnder Röhrling (Boletus radicans)

In der Döberitzer Heide gehören 449 Sippen nach ihrer Ernährungsweise zu den Saprophyten, davon allein 198 zu den terrestrischen und 175 zu den holzzersetzenden Saprophyten. 170 Großpilzarten gehen eine Ektomykorrhiza-Bindung mit wenigen Gehölzarten ein (Eiche 70 Arten, Birke 60, Kiefer 57, Linde 15, Weide 11, Erle 9, Pappel 8 und Rotbuche 4). 3 Arten gehören zu den obligaten Phytoparasiten.

Der Nachweis des Duftenden Rötlings (Entoloma ameides) in Magerrasen des Ferbitzer Bruches stellt einen Neufund für Brandenburg dar. Für Norddeutschland (unter Berücksichtigung bereits gefährdeter Arten in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Sachsen) kann man davon ausgehen, dass etwa ein Viertel (26,5 %) der vorkommenden Arten einen Schutzstatus aufweisen. Hinsichtlich des Artenreichtums an Makromyzeten stehen an erster Stelle die Waldstandorte mit 280 Sippen (ohne holzbesiedelnde Arten), gefolgt von speziellen Substraten (ganz überwiegend lignikole Arten) mit 198 Sippen, den halbnatürlichen Offenstandorten (75) und den anthropogenen Offenstandorten (41).

Statistik

Gesamtartenzahl

 

622 Arten und 3 Varietäten   Zum Vergleich: In Brandenburg und Berlin kommen ca. 2.500 bis 2.800 Arten von Großpilzen vor (Kummer, pers. Mitteilung), davon 800 Arten in der Roten Liste (Benkert 1993).
Arten der Roten Liste

 

60 Arten

davon

9,7 %  
Vom Aussterben bedroht (1) 5 Arten 0,8 % z.B. Sarcodon imbricatus (Habichtspilz), Entoloma incanum (Braungrüner Zärtling)
Stark gefährdet (2) 16 Arten 2,6 % z.B. Clavulinopsis corniculata (Mehl-Wiesenkoralle), Pholiota abstrusa (Gras-Schüppling)
Gefährdet (3) 25 Arten 4,1 % z.B. Hypholoma elongatum (Torfmoos-Schwefelkopf), Phellinus pini (Kiefern-Feuerschwamm)
Potentiell gefährdet (R) 14 Arten 2,3 % z.B. Pluteus umbrosus (Schwarzstriegeliger Dachpilz), Mycena pseudocorticola (Blauer Rinden-Helmling)

Literatur

Beier, W.; Fürstenow, J. (2001): Übersicht zu den bisher nachgewiesenen Pflanzen- und Tierarten auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Döberitz. Schriftenreihe "Döberitzer Heide mit Ferbitzer Bruch", Jahresheft 11, Seiten 5-25

Benkert, D. (1993): Rote Liste Großpilze ( Makromyzeten). In: MUNR (Hrsg.): Gefährdete Farn- und Blütenpflanzen, Algen und Pilze im Land Brandenburg. Unze Verlag, Potsdam: 107-185

Sammler, P. (1996): Zur Großpilzflora. Schriftenreihe "Döberitzer Heide mit Ferbitzer Bruch", Jahresheft 6, Seiten 14-15

Sammler, P. (2000a): Die Großpilze der Naturschutzgebiete “Döberitzer Heide” und “Ferbitzer Bruch”. Unveröffentlichtes Manuskript im Auftrag des Naturschutz-Fördervereins “Döberitzer Heide” e. V., Elstal (94 Seiten)

Sammler, P. (2000b): Ein Habitat für die Espen-Rotkappe. Schriftenreihe "Döberitzer Heide mit Ferbitzer Bruch", Jahresheft 10, Seiten 4-5

Sciborski, H.; Kehl, G. (1992): Angaben zur Pilzflora. Schriftenreihe "Döberitzer Heide mit Ferbitzer Bruch", Jahresheft 1, Seiten 13, 16