Anglo-Nubier Ziegen

Anglo-Nubier Ziegen

Der Einsatz von Ziegen in der Landschaftspflege hat sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr etabliert. Entweder in Form von einzelnen mitlaufenden Tieren in Schafherden oder aber als ganze Herde sorgen sie durch ihre Vorliebe für Laubgehölze für eines wirkungsvollen Verbiss an aufkommendem Buschwerk. Ausgehend von der naturschutzfachlichen Zielsetzung und der Anpassungsfähigkeit von Ziegen an extreme Standorte (Hitze, kärgliche Vegetation mit geringer Futterqualität) wurden in der Döberitzer Heide erstmals 1998 Ziegen zur Landschaftspflege eingesetzt.

 

Ziegen verfügen über ein deutlich breiteres Nahrungsspektrum als Schafe: Mit ihren zum Greifen geeigneten Lippen und der beweglichen Zunge können sie neben sehr kurzem Gras und niedrigen Kräutern auch starre Futterpflanzen erfassen. Mit Vorliebe werden stark aromatische Kräuter, sowie Blätter, Schösslinge, Zweige und Rinde von Sträuchern und Bäumen aufgenommen. Letzteres ist Hauptgrund für die Eignung im Einsatz in der Landschaftspflege. Ziegen sind in der Lage Pioniergehölze wie Robinie, Zitterpappel und Birke in naturschutzfachlich wertvollen Offenland-Biotopen kurz zu halten und wirkungsvoll zurück zu drängen.
Ihr Verbiss trifft allerdings auch erwünschte Gehölze: Mit Vorliebe werden u.a. Eichen und Heckenrosen befressen. Durch ihre enorme Mobilität erreichen Ziegen dabei beachtliche Fresshöhen. Oftmals sieht man wie sie auf den Hinterbeinen balancierend auch höhere Partien erreichen. Eine weitere Taktik besteht darin, mit ihrem Körpergewicht Sträucher und junge Bäume niederzudrücken bzw. auch umzubrechen um an die Blätter und Triebspitzen zu gelangen. Abhilfe ist nur durch konsequentes Auskoppel bzw. Einzelbaumschutz zu schaffen.

Ziegen verfügen über einen weniger stark ausgeprägten Herdentrieb als Schafe. Bei der Gemeinschaftshaltung  schließen sich kleinere Ziegengruppen meist der Schafherde an und lassen sich dementsprechend leicht leiten. Überwiegt die Zahl der Ziegen, bilden sie eigene, lockere Herdenstrukturen. Innerhalb der Herde kommt es öfter zu Rangkämpfen um die Hierarchie einzuhalten. Verletzungen sind bei extensiver Freilandlandhaltung allerdings selten, da genügend Ausweichmöglichkeiten bestehen.

Die Ziegen in der Döberitzer Heide weiden vornehmlich in der Vegetationsperiode im Naturschutzgebiet. Den Winter verbringen sie auf den Koppel an der Naturschutzstation, wo ihnen ein trockener und windgeschützter Stall zur Verfügung steht.  In den Sommermonaten nutzen die Tiere vor allem größere Bäume bzw. Baumgruppen als Schattenspender.

Ein intensiver Kontakt zu den Tierbetreuern erweist sich auch in der Ziegenhaltung als vorteilhaft, denn ähnlich wie Rinder neigen Ziegen bei ausbleibendem Kontakt zum „Verwildern“ und lassen sich dann nur noch sehr mühevoll händeln. Eine tägliche Lockfütterung mit kleinen Mengen an Pellets oder gequetschten Getreide erweist sich hier als äußerst wirkungsvoll.

Besteht ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Tier und Mensch, lassen sich die Ziegen einfach leiten. Mit bekannten Personen unternehmen solche Tiere dann gerne ausgedehnte Streifzüge durchs Gelände und folgen bei entsprechender Konditionierung auch zuverlässig.

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