Anglo-Nubier Ziegen

ZIEGEN & SCHAFE

Die Tradition der Schaf- und Ziegenbeweidung in der Döberitzer Heide geht weit zurück. Immerhin waren Heidschnucken die ersten Weidetiere, die in den frühen 1990er Jahren zum Erhalt des Offenlandes eingesetzt wurden. Auch heute noch setzt der Förderverein alte Schaf- und Ziegenrassen zur Landschaftspflege ein. Denn besonders Ziegen sorgen durch ihre Vorliebe für Laubgehölze für einen wirkungsvollen Verbiss an aufkommendem Buschwerk.

Ziegen verfügen über ein deutlich breiteres Nahrungsspektrum als Schafe: Mit ihren zum Greifen geeigneten Lippen und der beweglichen Zunge können sie neben sehr kurzem Gras und niedrigen Kräutern auch starre Futterpflanzen erfassen. Mit Vorliebe werden stark aromatische Kräuter, sowie Blätter, Schösslinge, Zweige und Rinde von Sträuchern und Bäumen gefressen. Letzteres ist Hauptgrund für die Eignung im Einsatz in der Landschaftspflege. Denn Ziegen sind in der Lage Pioniergehölze wie Robinie, Zitterpappel und Birke in naturschutzfachlich wertvollen Offenland-Biotopen kurz zu halten und wirkungsvoll zurück zu drängen.
Ihr Verbiss trifft allerdings auch erwünschte Gehölze: Mit Vorliebe werden u.a. Eichen und Heckenrosen befressen. Durch ihre enorme Mobilität erreichen Ziegen dabei beachtliche Fresshöhen. Oftmals sieht man wie sie auf den Hinterbeinen balancierend auch höhere Partien erreichen. Eine weitere Taktik besteht darin, mit ihrem Körpergewicht Sträucher und junge Bäume niederzudrücken bzw. auch umzubrechen um an die Blätter und Triebspitzen zu gelangen. Abhilfe ist nur durch konsequentes Auskoppel bzw. Einzelbaumschutz zu schaffen.

Ziegen verfügen über einen weniger stark ausgeprägten Herdentrieb als Schafe. Bei der Gemeinschaftshaltung  schließen sich kleinere Ziegengruppen meist der Schafherde an und lassen sich dementsprechend leicht leiten. Überwiegt die Zahl der Ziegen, bilden sie eigene, lockere Herdenstrukturen. Innerhalb der Herde kommt es öfter zu Rangkämpfen um die Hierarchie einzuhalten. Verletzungen sind bei extensiver Freilandlandhaltung allerdings selten, da genügend Ausweichmöglichkeiten bestehen.

Die Ziegen in der Döberitzer Heide weiden vornehmlich in der Vegetationsperiode im Naturschutzgebiet. Den Winter verbringen sie auf den Koppeln an der Naturschutzstation, wo ihnen ein trockener und windgeschützter Stall zur Verfügung steht.  In den Sommermonaten nutzen die Tiere vor allem größere Bäume bzw. Baumgruppen als Schattenspender.

Anglo-Nubier Ziegen im NSG “Ferbitzer Bruch”

Ein intensiver Kontakt zu den Tierbetreuern erweist sich auch in der Ziegenhaltung als vorteilhaft, denn ähnlich wie Rinder neigen Ziegen bei ausbleibendem Kontakt zum „Verwildern“ und lassen sich dann nur noch sehr mühevoll händeln. Eine tägliche Lockfütterung mit kleinen Mengen an Pellets oder gequetschten Getreide erweist sich hier als äußerst wirkungsvoll.

Besteht ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Tier und Mensch, lassen sich die Ziegen einfach leiten. Mit bekannten Personen unternehmen solche Tiere dann gerne ausgedehnte Streifzüge durchs Gelände und folgen bei entsprechender Konditionierung auch zuverlässig.

Anglo-Nubier Ziegen auf Sandtrockenrasen

 

 
 

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