Der Förderverein

Der Naturschutz-Förderverein Döberitzer Heide e. V.

Der Naturschutz Förderverein Döberitzer Heide e. V. wurde 1992 von einer Gruppe passionierter Vogelkundler, Wissenschaftler und Naturliebhaber gegründet um den langfristigen Schutz der Biodiversität auf dem früheren Truppenübungsplatz Döberitzer Heide, westlich von Berlin zu gewährleisten. Bereits 1989, noch zu Zeiten der Besatzung konnte unser Gründungsmitglieder Werner Schulze die Kommandeure des russischen Militärs davon überzeugen in den feuchten Teilen des Truppenübungsplatzes ein internes Schutzgebiet auszuweisen. Denn das Ferbitzer Bruch erwies sich bereits damals als ein naturschutzfachliches Kleinod im Einzugsgebiet der Metropolregion Berlin-Brandenburg.



Der Zweck des Vereins ist ein umfassender Schutz von Natur und Landschaft in der Döberitzer Heide. Der Verein setzt sich auf wissenschaftlicher Grundlage insbesondere für den Arten- und Biotopschutz sowie für die Landschaftspflege ein. Seine wesentlichen Aufgaben sind, die Döberitzer Heide:

  • als Naturerbe zu bewahren,
  • dem Naturschutz vorzubehalten,
  • naturschutzverträglich zu nutzen und
  • für ein nachhaltiges Naturerleben zu entwickeln.
Der Naturschutz Förderverein Döberitzer Heide e. V. zählt derzeit rund 45 Mitglieder. Unter den Natur- und Umweltschutzvereinen zählen wir damit zu den kleineren. Dennoch treiben wir unsere Arbeit erfolgreich und im Sinne des Sazungszweck stetig voran.
Unmittelbar nach dem Abzug des Militärs schuf der Verein durch den engagierten Einsatz seiner Mitglieder alle Voraussetzungen, damit zuerst 1996 das Ferbitzer Bruch und dann 1997 die restliche Döberitzer Heide als Naturschutzgebiet ausgewiesen und anerkannt wurden. Im Jahre 1998 erhielt der Verein für seine Leistungen den Umweltpreis des Landes Brandenburg. Die Hintergründe unserer Mitgliedschaft sind breit gefächert und setzt sich sowohl aus hauptamtlichen Ökologen & Landschaftsplanern als auch interessierten (und engagierten!) Naturliebhabern aus anderen Fachsparten und Berufsfeldern zusammen. Wir glauben, dass gerade unsere interdisziplinäre Aufstellung ein Schlüsselfaktor bei der Umsetzung unserer Ziele ist.

Naturschutz durch Beweidung

Um die durch den militärischen Übungsbetrieb entstandenen offenen Landschaften mit ihren besonderen und seltenen Vögeln, Amphibien, Insekten und Pflanzen zu erhalten, betreibt der Naturschutz-Förderverein nun seit 1992 im westlichen Teil der Döberitzer Heide im größeren Umfang Landschaftspflege. Hier setzen wir unter anderem ein naturnahes Beweidungskonzept zu Zwecken des Arten- und Biotopschutzes um.

Auf rund 350 Hektar Fläche (das sind immerhin 3,5 Quadratkilometer) haben wir ein ausgedehntes Koppelsystem errichten, auf dem halbwilde Konikpferde, Heckrinder und schottische Gallowayrinder naturnah, im natürlichen Herdenverbund weiden und durch ihr artspezifisches Verhalten die Landschaft formen. Ganzjährig bleiben die Tiere auf den ausgedehnten Flächen des Naturschutzgebietes und sorgen durch ihr Fraßverhalten dafür, dass die offene Landschaft nicht von Sträuchern und Bäumen überwachsen wird und als Lebensraum für oben genannte Tier- und Pflanzengruppen erhalten bleibt. Ergänzt wird diese Naturschutzarbeit durch maschinelle Pflegemaßnahmen wie Mahd oder Mulchen. Unser erklärtes Ziel: Erhalt einer halboffenen Weidelandschaft als Rückzugsort für zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten wie etwa Steinschmätzer, Wiedehopf und Feldlerche oder Sumpfknabenkraut und Spargelerbse. Denn ohne den Einsatz unserer Tiere würde die vorhandene Artenvielfalt für immer verschwinden. Mit einem kleinen, aber engagierten Team sind wir 365 Tage im Jahr für die Artenvielfalt im Einsatz: Wir unterhalten Zaunanlagen, betreuen unsere vierbeinigen Landschaftspfleger, mähen Orchideenwiesen, erfassen Flora & Fauna und führen Besucher durch die einmalige Landschaft der Döberitzer Heide.

Fachliche Beratung

Über die Jahre wurden darüber hinaus verschiedene Projekte auf der Döberitzer Heide initiiert und naturschutzfachlich begleitet. So etwa die Schaffung von Fledermaus-Winterquartieren, Neuanlage und Verbesserung von Kleingewässern und die naturnahe Gestaltung von Gebäude-Abrissflächen als Ersatzhabitate. Landesweit beraten wir Naturschützer, Landwirte, Verbände und Behörden bei der Einrichtung und Umsetzung von Beweidungsprojekten zu Zwecken des Naturschutzes.

Öffentlichkeitsarbeit

Neben der Landschaftspflege betreiben wir Öffentlichkeitsarbeit und versuchen u.a. durch unser Naturerlebnisprogramm, Veranstaltungen und Fachexkursionen für die heimische Vielfalt und Ehrenamtliches Engagement zu werben.
Als anerkannter, gemeinnützig arbeitender Verein finanzieren wir unser Projekt in erster Linie aus Mitgliederbeiträgen, Eigenkapital, Vertragsnaturschutzgeldern, und dem Erlös aus dem Verkauf unserer Tiere. Ohne zusätzliche Spenden und den ehrenamtlichen Einsatz unserer Mitglieder wäre eine Fortführung unsere Arbeit allerdings kaum möglich.
In der Gemeinde Wustermark OT Elstal, in unmittelbarer Nachbarschaft zur der Nähe der Löwen-Adler-Kaserne & Karls Erlebnis-Dorf, am Rande des NSGs Döberitzer Heide befindet sich unser Vereinssitz und Landschaftspflegehof "Nord-Heide".

Fünf Gebäude eines ehemaligen Panzerausbildungsschießstandes wurden hier für Naturschutzwecke umgenutzt. Die erste Sanierung und Renovierung der Gebäude erfolgte in den 1990er Jahren mit Hilfe von Landes- und EU-Fördermitteln. Nach einer notgedrungenen "Verkleinerung" und dem Verkauf des Hauptgebäudes an die Heinz Sielmann Stiftung im Jahr 2014, erfolgt derzeit der Ausbau und die Umgestaltung des bei uns verbliebenen Wirtschaftshofes.
Schritt für Schritt entsteht mit Hilfe unserer Mitglieder und Spendenbeiträgen neben einem Quarantäne- und Krankenstall, ein Veranstaltungs- und Seminarraum, zwei neue Büroräume und ein Schaugarten mit kleiner Obstwiese.

Chronik

Bereits vor 1989 waren einzelne Naturschützer auf dem von der Roten Armee genutzten Truppenübungsplatz Döberitz aktiv. So konnte z.B. innerhalb des Truppenübungsplatzes, in Absprache mit den Kommandeuren, im Ferbitzer Bruch ein internes Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. Mit dem Abzug des Militärs im Jahre 1991 begann auf dem Gelände sofort eine kleine Naturschutzgruppe zu wirken, welche mit dem Bundesvermögensamt und der Bundesforst zusammenarbeitete. Naturschützer begannen den Aufbau einer Gallowayherde im Ferbitzer Bruch. Zielstellung war, damit die Landschaftspflege zu gewährleisten. Auf Initiative und Antrag von Vereinsmitgliedern kamen zwei Naturschutzgebiete, „Ferbitzer Bruch“ und „Döberitzer Heide“, zur einstweiligen Sicherung durch die Naturschutzbehörden. Um die ehrenamtlichen Aktivitäten zu bündeln und auch auf eine Rechtsgrundlage zu stellen, gründete sich im August 1992 in Potsdam der Naturschutz-Förderverein „Döberitzer Heide“ e.V. An der Gründungsversammlung waren 23 Personen beteiligt, die eine Satzung beschlossen und den ersten Vorstand wählten. Kurz danach erfolgte auf Antrag die Anerkennung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt und die Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht in Potsdam. Mit der Gründung des Vereins setzte auch eine aktive Öffentlichkeitsarbeit ein.

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