Um die durch den militärischen Übungsbetrieb entstandenen offenen Landschaften mit ihren besonderen und seltenen Vögeln, Amphibien, Insekten und Pflanzen zu erhalten, betreibt der Naturschutz-Förderverein nun seit 1992 im größeren Umfang Landschaftspflege. Dank eines eigenen landwirtschaftlichen Zweckbetriebs, der nach den Kriterien des ökologischen Landbaus wirtschaftet, sind wir in der Lage Landschaftspflegemaßnahmen - einschließlich die Betreuung, Koordination und Umsetzung der Beweidung - selbst durchzuführen. Dies ermöglicht uns die lückenlose Gewährleistung von Wohlbefinden und Tiergesundheit sowie fachlich fundierter Landschaftspflege. 

Naturschutz & Landschaftspflege mit großen Weidetieren
Ein wesentlicher Fokus unserer Arbeit liegt auf dem Themenfeld der naturnahen Beweidung zu Zwecken des Biotop- und Artenschutzes. Auf wissenschaftlicher Grundlage setzen wir große Weidetiere in der Landschaftspflege ein, um biologische Vielfalt und reich strukturierte Kulturlandschaften zu befördern. Trotz Umsetzung von ganzjähriger Weidehaltung verfolgen wir nicht den Ansatz einer "künstlichen Wildnis", sondern setzen unsere Tiere gezielt und kontrolliert ein. Unser besonderes Anliegen ist es, fachlich fundierte Naturschutzarbeit mit lückenloser Gewährleistung von Tiergesundheit und Tierwohl zu verbinden. Dies wird uns im besonderen Maße durch unseren eigenen Zweckbetrieb und unsere sach- und fachkundigen MitarbeiterInnen ermöglicht. Eine durchgehende veterinärmedizinische Betreuung erfolgt durch den Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin.

An unserem Standort "Döberitzer Heide" haben wir auf rund 350 Hektar Fläche der Döberitzer Heide ein ausgedehntes Koppelsystem errichtet, auf dem Pferde, Wasserbüffel, Heckrinder und schottische Gallowayrinder naturnah, im natürlichen Herdenverbund weiden und durch ihr artspezifisches Verhalten die Landschaft formen. Ganzjährig bleiben die Tiere auf den ausgedehnten Flächen des Naturschutzgebietes und sorgen durch ihr Fraßverhalten dafür, dass eine strukturreiche offene Landschaft als Lebensraum für oben genannte Tier- und Pflanzengruppen erhalten bleibt. Ergänzt wird diese Naturschutzarbeit durch punktuelle maschinelle Pflegemaßnahmen wie Mahd oder Mulchen um relevante Lebensraumtypen des europäischen Schutzgebietnetzes Natura 2000 (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie) zu erhalten.

Unser erklärtes Ziel: Erhalt einer vielfältigen und halboffenen Weidelandschaft als Rückzugsort für zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten wie etwa Steinschmätzer, Wiedehopf und Feldlerche oder Sumpfknabenkraut und Spargelerbse.
Mit einem kleinen, aber engagierten Team sind wir 365 Tage im Jahr für die Artenvielfalt im Einsatz: Wir unterhalten Zaunanlagen, betreuen unsere vierbeinigen Landschaftspfleger, mähen Orchideenwiesen, erfassen Flora & Fauna und führen Besucher durch die einmalige Landschaft der Döberitzer Heide.

Fachliche Beratung

Über die Jahre wurden durch den Förderverein verschiedene Projekte in der Döberitzer Heide initiiert und naturschutzfachlich begleitet. So etwa die Schaffung von Fledermaus-Winterquartieren, Neuanlage und Verbesserung von Kleingewässern und die naturnahe Gestaltung von Gebäude-Abrissflächen als Ersatzhabitate für Steinschmätzer, Wiedehopf und Zauneidechse.
Landesweit beraten wir Naturschützer, Landwirte, Verbände und Behörden bei der Einrichtung und Umsetzung von Beweidungsprojekten zu Zwecken des Naturschutzes.

Im Jahr 1999 wurde im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen für den Ausbau der Bundesstraße 5  zahlreiche Kleingewässer im Ferbitzer Bruch angelegt, von denen Arten wie die Rotbauchunke (Bombina bombina) profitierten.

Die fachliche Begleitung dieses Projektes erfolgte durch den Naturschutz Förderverein Döberitzer Heide.

Modellvorhaben: Erhaltungszucht trifft Landschaftspflege

Im Rahmen eines Modellvorhabens setzt der Förderverein seit Juni 2019 eine kleine Herde Sorraias zur Landschaftspflege ein. Erstmalig in Deutschland soll die Erhaltungszucht dieser einmaligen und seltenen Equiden innerhalb eines naturschutzorientierten Beweidungsprojektes erfolgen. Die fünf Pferde stammen von dem namhaften Züchter Sven Scyziel, der in den frühen 2000ern die Zucht des bekannten Hippologen und Verhaltensforschers Dr. Michael Schäfer übernahm.
In halbwilder Haltung durchstreifen die Pferde nun rund 40 Hektar Teilfläche des Naturschutzgebietes Ferbitzer Bruch im Landkreis Potsdam. In einer abwechslungsreichen Landschaft aus Sandtrockenrasen, ruderalen Grünland, Seggenrieden und lichten Eichenwäldern finden die genügsamen und robusten Sorraias optimale Lebensbedingungen, die der Charakteristik ihres ursprünglichen Lebensraums nah kommt. 
Ziel des Projektes ist die koordinierte Erhaltungszucht unter naturnahen Bedingungen. Alle in der Döberitzer Heide gezogenen Fohlen werden im portugiesischen Zuchtbuch eingetragen und erfasst. Zudem erfolgt eine wissenschaftliche Evaluation um die Eignung der Sorraias für die Landschaftspflege zu dokumentieren.

Öffentlichkeitsarbeit
Neben der Landschaftspflege betreiben wir Öffentlichkeitsarbeit und versuchen u.a. durch unser Naturerlebnisprogramm, Veranstaltungen und Fachexkursionen für die heimische Vielfalt und Ehrenamtliches Engagement zu werben.

Naturschutz-Förderverein
Döberitzer Heide e. V.
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