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NATURSCHUTZ-FÖRDERVEREIN DÖBERITZER HEIDE E.V.
Seit 1992 für Artenvielfalt und lebendige Landschaften

Der Naturschutz-Förderverein Döberitzer Heide e. V. wurde 1992 von engagierten Vogelkundlern, Wissenschaftlern und Naturschützern gegründet. Ausgangspunkt war die außergewöhnliche Arten- und Biotopvielfalt des ehemaligen Truppenübungsplatzes Döberitzer Heide westlich von Berlin.

Aus diesem regionalen Engagement ist über mehr als drei Jahrzehnte ein professionell arbeitender Naturschutzverein mit eigenem Landschaftspflegebetrieb, landwirtschaftlichem Zweckbetrieb und hauptamtlichem Team entstanden.

Heute entwickeln und betreuen wir Naturschutzflächen im Havelland und darüber hinaus. Im Mittelpunkt stehen artenreiche Offen- und Halboffenlandschaften, naturnahe Beweidung, Landschafts- und Biotoppflege, Artenschutz sowie die langfristige Entwicklung wertvoller Lebensräume. Was uns dabei bis heute prägt: Wir wollen Naturschutz nicht nur planen oder fordern, sondern selbst praktisch umsetzen und Verantwortung für Flächen über viele Jahre übernehmen.

Vom ehrenamtlichen Naturschutz zur professionellen Landschaftspflege

Am Anfang stand eine kleine Gruppe engagierter Menschen, die verhindern wollte, dass die besonderen Lebensräume der Döberitzer Heide nach dem Ende der militärischen Nutzung verloren gehen. Schon früh beschränkte sich der Verein deshalb nicht auf die Erfassung von Arten oder naturschutzfachliche Forderungen. Mitglieder begannen selbst mit Mahd, Entbuschung und anderen Pflegemaßnahmen und entwickelten erste Konzepte für eine dauerhafte Offenhaltung der Landschaft.


Dabei wurde schnell deutlich, dass viele dieser Lebensräume nicht durch einzelne Arbeitseinsätze zu erhalten sind. Trockenrasen, Feuchtwiesen, lichte Gehölze und strukturreiche Offenlandschaften benötigen kontinuierliche Nutzung und langfristige Betreuung.Aus einzelnen Pflegemaßnahmen entstanden deshalb zunehmend dauerhafte Pflege- und Beweidungssysteme. Eigene Weidetiere kamen hinzu, Technik wurde angeschafft und die notwendige Infrastruktur aufgebaut. Aus einer ehrenamtlichen Initiative entwickelte sich Schritt für Schritt ein eigener Landschaftspflegebetrieb.

 

Diese Entwicklung hat den Verein grundlegend geprägt: Praktische Erfahrung auf der Fläche, fachliche Planung und langfristige Verantwortung gehören für uns bis heute untrennbar zusammen.​


Beweidung als Schwerpunkt unserer Arbeit

Naturnahe Beweidung ist heute einer der zentralen Schwerpunkte unseres Vereins. Als wir Anfang der 1990er Jahre damit begannen, große Pflanzenfresser gezielt zur Pflege von Naturschutzflächen einzusetzen, war dieser Ansatz jedoch noch längst nicht so etabliert wie heute.Bereits 1992 begann im Ferbitzer Bruch die Landschaftspflege mit Galloway-Rindern, wenig später kamen Heidschnucken hinzu.Damit gehörte der Verein zu den frühen Akteuren, die in Ostdeutschland großflächige Naturschutzbeweidung praktisch erprobten und über viele Jahre weiterentwickelten.

 

Das war in vieler Hinsicht Pionierarbeit. Beweidung wurde damals im Naturschutz noch wesentlich häufiger als klassische landwirtschaftliche Nutzung betrachtet und deutlich seltener als eigenständiges Instrument zur Entwicklung strukturreicher Offen- und Halboffenlandschaften eingesetzt. Auf den Flächen der Döberitzer Heide und des Ferbitzer Bruchs konnten wir früh Erfahrungen damit sammeln, wie sich Tierart, Besatzdichte, Flächengröße und Weidedauer auf Vegetation und Artenvielfalt auswirken.

 

Aus diesen ersten Projekten entwickelte sich über Jahrzehnte ein professionelles Beweidungssystem mit eigenen Herden, eigener Zucht, einem landwirtschaftlichen Zweckbetrieb und der notwendigen Infrastruktur für Tierhaltung und Weidemanagement. Heute halten wir Rinder, Wildpferde und Wasserbüffel und setzen sie auf zahlreichen Naturschutzflächen zur Entwicklung und Pflege artenreicher Landschaften ein.

 

Dabei verstehen wir Beweidung nicht als kostengünstigen Ersatz für Maschinenpflege. Große Pflanzenfresser sind für uns eigenständige Landschaftsgestalter. Durch Fraß, Bewegung, Tritt, Verbiss und Dung schaffen sie Strukturen und Dynamik, die sich mit technischer Pflege allein kaum nachbilden lassen.Die Erfahrungen aus mehr als drei Jahrzehnten fließen heute nicht nur in unsere eigenen Projekte ein. Wir bringen sie auch in neue Beweidungsvorhaben, fachlichen Austausch und die Weiterentwicklung naturnaher Weidesysteme ein.

Naturschutz aus einer Hand

Eine Besonderheit unseres Vereins ist, dass viele Schritte eines Naturschutzprojektes innerhalb einer Organisation zusammenkommen.

Wir entwickeln Pflege- und Beweidungskonzepte, planen Artenschutzmaßnahmen, organisieren deren praktische Umsetzung und begleiten die Entwicklung der Flächen langfristig. Dafür stehen uns ein eigenes Team, Weidetiere, Maschinen und die notwendige betriebliche Infrastruktur zur Verfügung.

Diese Verbindung ermöglicht es uns, unmittelbar auf Veränderungen zu reagieren. Entwickelt sich eine Fläche anders als erwartet, verändert sich der Wasserhaushalt oder zeigt sich, dass eine Maßnahme nicht die gewünschte Wirkung erzielt, können Pflege und Nutzung angepasst werden.

Naturschutz wird damit zu einem fortlaufenden Prozess aus Beobachten, Handeln und Weiterentwickeln.​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​

Der Hof Döberitzer Heide

Die betriebliche Grundlage unserer Arbeit bildet der Hof Döberitzer Heide in Elstal. Dieser ursprünglich stark sanierungsbedürftige ehemalige Kasernenstandort wurde über viele Jahre durch das Engagement der Vereinsmitglieder zu einem professionellen Landschaftspflegestützpunkt entwickelt. Gebäude wurden instand gesetzt, Stallungen, Paddocks und Werkstätten geschaffen und die Infrastruktur für Tierhaltung, Landschaftspflege und Vereinsarbeit kontinuierlich erweitert.

Heute befinden sich hier Verwaltung, Technik, Stallungen, Heulager, Werkstätten und Einrichtungen zur Betreuung unserer Tiere. Gleichzeitig ist der Hof Vereinsmittelpunkt und Ausgangspunkt vieler unserer Projekte.

Seinen besonderen Charakter verdankt er bis heute den vielen Menschen, die ihn mit Ideen, handwerklicher Arbeit und Ausdauer aufgebaut und weiterentwickelt haben.

→ Mehr über den Hof Döberitzer Heide
 

Fachwissen trifft praktische Erfahrung

Unsere Arbeit basiert auf naturschutzfachlichem Wissen, langjähriger Geländeerfahrung und einer kontinuierlichen Beobachtung der von uns betreuten Flächen. Dabei gibt es für uns selten Standardlösungen. Eine Maßnahme, die auf einer Fläche sinnvoll ist, kann wenige hundert Meter weiter bereits ungeeignet sein. Vegetation, Boden, Wasserhaushalt, Artenvorkommen, Nutzungsgeschichte und aktuelle Entwicklung müssen gemeinsam betrachtet werden. Deshalb verbinden wir Monitoring und Planung eng mit der praktischen Pflege. Erkenntnisse aus Artenkartierungen und Vegetationsentwicklung fließen ebenso in unsere Arbeit ein wie die täglichen Erfahrungen aus Tierhaltung und Flächenbetreuung.
 

Dieses Wissen setzen wir heute auch gezielt bei der Betreuung und Pflege von Kompensationsflächen ein. Diese Flächen sind für uns eine besondere Verantwortung, weil sie als Ersatz für Lebensräume entstehen, die im Zuge von Bauvorhaben verloren gehen. Unser Anspruch ist deshalb, nicht nur einen formalen Ausgleich herzustellen, sondern einen mindestens gleichwertigen, idealerweise sogar hochwertigeren Lebensraum zu entwickeln. In der Praxis gelingt das jedoch oft nicht, weil fachliche Planung und spätere Pflege voneinander entkoppelt sind und die langfristige Entwicklung der Fläche nicht ausreichend begleitet wird.
 

Genau hier setzen wir an. Im östlichen Havelland bieten wir die fachliche Betreuung und praktische Pflege von Kompensationsflächen aus einer Hand an – von der Beobachtung der Flächenentwicklung über die Anpassung des Pflegekonzeptes bis zur konkreten Umsetzung. Ein Schwerpunkt liegt auch hier häufig auf der Etablierung einer standortgerechten Beweidung. Gerade diese Verbindung von fachlicher Grundlage, praktischer Erfahrung und langfristiger Flächenkenntnis gehört zu den besonderen Stärken unseres Vereins.

→ Fachliche Betreuung und Pflege anfragen
 

Langfristige Verantwortung statt kurzfristiger Projekte

Viele Entwicklungen im Naturschutz brauchen Zeit. Artenreiche Wiesen entstehen nicht innerhalb einer Vegetationsperiode, halboffene Weidelandschaften entwickeln sich über Jahre und ein Hutewald über Jahrzehnte. Deshalb interessieren uns vor allem Flächen, für die eine langfristige Betreuung möglich ist. Entscheidend ist selten die einzelne Maßnahme, sondern ihre kontinuierliche Fortführung, Beobachtung und Anpassung.
 

Wie viel dadurch erreicht werden kann, zeigt das Naturschutzgebiet Ferbitzer Bruch. Seit 1992 wird die dortige Weidelandschaft durch unseren Verein gemeinsam mit dem Landesamt für Umwelt kontinuierlich entwickelt und beweidet. Seit 2006 bringt sich zudem die Heinz Sielmann Stiftung als Eigentümerin mit eigenen Maßnahmen ein, unter anderem durch Entbuschungen und weitere Projekte zur Entwicklung der Offenlandschaft. Über mittlerweile mehr als drei Jahrzehnte ist so auf rund 258 Hektar ein Hotspot für Arten des Offen- und Halboffenlandes von überregionaler Bedeutung entstanden. Allein bei den für das Europäische Vogelschutzgebiet besonders relevanten Arten wurden dort 196 Brutpaare erfasst. Dazu gehören unter anderem Braunkehlchen, Blaukehlchen, Grauammer, Heidelerche, Kiebitz, Neuntöter, Raubwürger, Sperbergrasmücke, Steinschmätzer, Wendehals und Wiedehopf. Hinzu kommen zahlreiche weitere typische Offenlandarten wie Feldlerche, Feldschwirl, Schwarzkehlchen, Wachtel und Bluthänfling.
 

Der Ferbitzer Bruch zeigt für uns exemplarisch, was langfristiger Naturschutz leisten kann: Nicht eine spektakuläre Einzelmaßnahme hat diese Entwicklung ermöglicht, sondern 34 Jahre kontinuierliche Pflege, Beweidung, Beobachtung und Weiterentwicklung – getragen von verlässlicher Zusammenarbeit über lange Zeiträume hinweg.
 

Gemeinnützig – und professionell aufgestellt

Der Naturschutz-Förderverein Döberitzer Heide e. V. ist ein gemeinnütziger Verein. Gleichzeitig arbeiten wir heute mit professionellen Strukturen, eigenem Landschaftspflegebetrieb, landwirtschaftlichem Zweckbetrieb und hauptamtlichem Team. Beides gehört für uns zusammen: gesellschaftliches Engagement auf der einen Seite und die Fähigkeit, anspruchsvolle Naturschutzaufgaben dauerhaft und verlässlich umzusetzen, auf der anderen.

Zu unseren Aufgaben gehören der Schutz und die Entwicklung von Natur und Landschaft, angewandter Arten- und Biotopschutz, Landschaftspflege, naturnahe Beweidung, ökologische Forschung und Monitoring, Umweltbildung, Öffentlichkeitsarbeit sowie die Erhaltungszucht seltener Haustierrassen. Finanziert wird diese Arbeit aus unterschiedlichen Quellen, darunter Förder- und Projektmittel, Vertragsnaturschutz, Einnahmen aus dem landwirtschaftlichen Zweckbetrieb, Mitgliedsbeiträge und Spenden.
 

Diese breite Grundlage ermöglicht es uns, langfristige Pflegeaufgaben ebenso zu übernehmen wie neue Projekte anzustoßen. Wichtig ist uns dabei, einen großen Teil der praktischen Arbeit selbst leisten zu können und fachliche Planung, Umsetzung und langfristige Betreuung eng miteinander zu verbinden.
 

Dabei bleibt der Vereinszweck immer der Maßstab. Wirtschaftliche Tätigkeiten sind für uns kein Selbstzweck, sondern schaffen die Grundlage dafür, Naturschutz praktisch umzusetzen, eigene Tiere und Technik vorzuhalten und Verantwortung für Flächen langfristig zu übernehmen.
 

Ein Verein lebt von seinen Menschen

Der Naturschutz-Förderverein Döberitzer Heide e. V. ist aus ehrenamtlichem Engagement entstanden – und lebt bis heute davon.

Mitglieder haben über Jahrzehnte Flächen gepflegt, Gebäude saniert, Tiere betreut, Arten erfasst, Veranstaltungen organisiert und immer wieder neue Ideen eingebracht. Viele Grundlagen unserer heutigen Arbeit wären ohne diesen Einsatz nicht entstanden.
 

Heute arbeiten Vorstand, hauptamtliches Team, Mitglieder und Ehrenamtliche gemeinsam daran, diese Arbeit fortzuführen. Die Aufgaben sind größer, die Strukturen professioneller geworden – geblieben ist der Grundgedanke, dass Naturschutz nur dann dauerhaft gelingt, wenn Menschen Verantwortung übernehmen und sich mit Zeit, Wissen und praktischem Einsatz einbringen
 

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